
PRESSEMITTEILUNG
Sicherheit, Personalmangel und ein blockierter Haushalt: Warum die Erftlagune aktuell geschlossen bleibt
Die Schließung der Erftlagune sorgt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für berechtigten Frust und Unverständnis. Die SPD-Fraktion in der Kolpingstadt Kerpen informiert daher heute erneut die Öffentlichkeit, um die Gründe für die aktuelle Situation darzustellen.
1. Kein beschlossener Haushalt – Kein Schutz für das Personal
Ein Grund für die derzeitige Nicht-Öffnung liegt in der Verzögerung des städtischen Haushalts. Ohne einen rechtskräftigen Haushalt stehen keine finanziellen Mittel zur Verfügung, um den zwingend notwendigen Sicherheitsdienst für die Erftlagune zu beauftragen. Der Haushalt hätte am 28.04.2026 verabschiedet werden sollen. Die SPD wäre dazu bereit gewesen. Leider gab es von anderer Stelle noch Beratungsbedarf.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben leider deutlich gezeigt: Wenn die Erftlagune im Sommer inklusive Außenbereich geöffnet ist, kommt es aufgrund des hohen Besucherandrangs regelmäßig zu Gefährdungssituationen. Ohne einen professionellen Sicherheitsdienst ist der Betrieb für das städtische Personal unzumutbar und gefährlich.
Die Position der SPD ist hierbei klar: Wir waren und sind umgehend bereit, die Mittel für den Sicherheitsdienst sofort zu beschließen. Der Schutz der Mitarbeitenden hat für uns oberste Priorität. Solange dieser nicht gewährleistet ist, ist eine Öffnung unverantwortlich.
2. Personalmangel und bauliche Hürden machen Teilbetrieb unmöglich
Ein weiteres entscheidendes Problem ist die angespannte Personalsituation. Das zuständige Fachamt hat unmissverständlich klargemacht: Das aktuell vorhandene Personal reicht nicht aus, um sowohl das Freibad Türnich als auch die Erftlagune parallel zu betreiben. Der alleinige Betrieb der Erftlagune (Hallen- und Außenbad) darf ohne Sicherheitsdienst nicht erfolgen.
Oft wird die Frage gestellt, warum in der Erftlagune nicht einfach nur der Innenbereich geöffnet wird. Die Antwort liegt in der Architektur des Bades: Ein zentrales Becken führt direkt von innen nach außen. Eine praktische und sichere Abtrennung des Außenbereichs ist daher nicht umsetzbar. Wenn die Erftlagune öffnet, ist der Außenbereich zwangsläufig mitgeöffnet – was uns wieder zum fehlenden Personal und dem nicht vorhandenen Sicherheitsdienst führt.
3. Klare Priorität für das Freibad Türnich und den Kinder-Triathlon
Vor dem Hintergrund dieser Personalnot musste eine Entscheidung getroffen werden. Die Entscheidung des Bürgermeisters, den Fokus aktuell auf das Freibad Türnich zu legen, hat unsere Unterstützung.
- Verkaufte Saisonkarten: Für das Freibad Türnich wurden bereits Saisontickets verkauft. Ein verlässlicher Betrieb muss für diese Bürgerinnen und Bürger gewährleistet bleiben. Ein Abzug von Personal aus Türnich zugunsten der Erftlagune käme einer sofortigen Schließung des Freibads Türnich gleich.
- Der anstehende Kinder-Triathlon: In Kürze findet in Türnich der Kinder-Triathlon statt. Es handelt sich hierbei um den größten Kinder-Triathlon in ganz Nordrhein-Westfalen und einen der größten in ganz Deutschland. Dieses herausragende sportliche Ereignis für unsere Kinder und Jugendlichen ist zwingend auf das Freibad angewiesen. Dieses Event zu gefährden, stand zu keinem Zeitpunkt zur Debatte.
Fazit der SPD-Fraktion:
Die Erftlagune ist nicht geschlossen, weil es der politische Wille der SPD ist, sondern weil die harten Fakten und die derzeitige Haltung anderer Fraktionen und Gruppen des Stadtrates derzeit keinen sicheren und verlässlichen Betrieb zulassen.
Wir fordern alle politischen Kräfte auf, die dringend benötigten Mittel für den Sicherheitsdienst und die Saisonkräfte zu beschließen, um eine Öffnung im Sommer überhaupt erst zu ermöglichen. Gleichzeitig stehen wir fest an der Seite des Bäderpersonals, das unter schwierigen Bedingungen großartige Arbeit leistet und freuen uns auf einen erfolgreichen Kinder-Triathlon in Türnich.
gez. Andreas Lipp
SPD-Fraktionsvorsitzender

