Allgemein

Offener Brief an den Präsidenten des Festausschusses Horremer Karneval

Sehr geehrter Herr Funke,

vielen Dank zunächst für die Organisation des diesjährigen Rosenmontagsumzuges.
Leider ist mir und sehr vielen gleich zu Beginn des Zuges der Spaß am Umzug verloren gegangen.
Als erste Gruppe durfte ein Mensch den Zug anführen, welcher die demokratischen Grundwerte offenkundig in Frage stellt.

Während die Aufschrift

„Wer anderer Meinung ist als die Einheitsparteienvielfalt den bestraft die Medieneinheitsvielfalt mit
Der Genderrolle
Der Nazikeule
oder dem Rassistenschwert“,

bereits für deutliche Irritationen sorgt, weil der Karneval für Freiheit, eine offene Gesellschaft und Gleichheit aller steht, schlägt das halbverdeckte Zusatzschild dem Ganzen den Boden aus.

„Der Schlüssel zur Lösung ruht unter der Hohenzollernbrücke!“ steht dort geschrieben.

Ich bitte Sie hiermit ausdrücklich um die Bekanntgabe der Personalien an die Polizei unter dem Verdacht der Volksverhetzung. Ob hier eine Andeutung auf die Bahnsteige „Deutz-Tief“ (Sie waren zwischen 1940 und 1944 Ausgangspunkt für den Transport von über 11.000 Juden, Roma, Sinti, Homosexuellen, „Asozialen“ und anderen Inhaftierten von der „Außenstelle Messelager“ in das Konzentrationslager Buchenwald) zu lesen ist oder auf das Mahnmal für die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus verwiesen wird ist dabei unerheblich. Es gehört strafrechtlich geprüft.
Ich möchte Sie eindringlich bitten nächstes Jahr niemand mehr in einem Umzug mitgehen zu lassen, der sich offenkundig nicht auf dem Boden der Verfassung bewegt.
Keinen Millimeter nach Rechts!

Mit freundlichem Gruß

Daniel Dobbelstein
Vorsitzender
SPD Ortsverein Horrem/Neu-Bottenbroich

Update:
Ich habe offenkundig die Anspielung auf reale Schlüssel nicht verstanden (die zu den Liebesschlössern, zwischen denen der zu den Handschellen auf dem Bild liegt), finde es dennoch unverantwortlich so jemand mitgehen zu lassen.

Update 2:

Der Spinner war und ist nicht Teil des Horremer Karnevalszuges. Sowohl der Präsident des Festausschusses Heiner Funke, wie auch der Zugleiter haben dies Radio Erft gegenüber unmissverständlich klargemacht. Die Person wurde, wohl mehrfach des Zuges verwiesen (er ist bspw. auch nicht auf den Bilder drauf die auf Höhe des Friedrich Ebert Platzes gemacht wurden und bei Facebook zu sehen sind).

Dafür möchte ich ausdrücklich Danke sagen.

Ich werde nun eine Anzeige stellen, damit der Staatsschutz aktiv werden kann.