Neujahrsempfang

Neujahrsempfang 2020 voller Erfolg

Den Nerv der anwesenden rund 130 Gäste traf sowohl Daniel Dobbelstein, Vorsitzender des Ortsvereins, mit seiner Begrüßung, wie auch Siebo Janssen, Politikwissenschaftler, mit seinem Vortrag.

Die immer hitziger geführten Debatten, in denen mitunter jegliche Fakten ignoriert werden oder zum eigenen Vorteil weggelassen werden ist Daniel Dobbelstein ein Dorn im Auge: „Wenn, wie das CDU-Ratskollegen gerne machen, eine Familie mit 2 Kindern und 3500€ Monatseinkommen als Asis bezeichnet werden nur um Angst zum eigenen Vorteil schüren zu können, dann ist das kein manierlicher politischer Diskurs mehr.“

Vielmehr müsse man sich in der Sache streiten, und den Menschen ein Angebot machen.
„Wir haben für das Bahnhofsumfeld im Jahr 2018 eine Idee vorgelegt. Von der Hauptstraße bis zum Gewerbegebiet sollten wir das Quartier endlich fundiert gestalten. Die CDU kann unsere Ideen natürlich ablehnen, aber das muss doch bitte ohne Halbwahrheiten gehen“, findet Dobbelstein. „Die Hauptstraße muss umgestaltet werden, der LKW-Verkehr nachhaltig raus, und die Entwicklung der Bahnstadt Horrem aus einem Guss erfolgen. Wir dürfen nicht mehr auf Zuruf Einzelmaßnahmen angehen, und in der Folge Jahrelange Flickschustereien begehen. Außerdem bleibt es tragisch, dass außer der SPD alle eine Polizeiwache am Bahnhof ablehnen.“

Das Problem der sogenannten Fake News gelte auch für die im Herbst 2019 an Bäume im Sandweg befestigten Todesanzeigen. Es seien noch keine Entscheidungen gefallen. Das hier offen gelogen wurde und dann nicht einmal der Verfasser sich offen erklärte sei ein absolutes Unding.

In der Folge sprach der Referent Siebo Janssen über die sich verändernde demokratische Landschaft. Wir hatten alle nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gehofft, dass nun eine Friedensdividende fließen kann. Dass die Demokratie nachhaltig den Wettstreit um die erfolgreichste Staatsform gewonnen hat. Das sieht nach den Attentaten auf das World Trade Center sowie den Siegen der nationalistischen Präsidenten in der Türkei, Russland und inzwischen auch den USA leider deutlich anders aus.

Janssen prophezeite zudem einen weiteren Sieg Trumps, nicht zuletzt aufgrund der Schwäche der Bewerber der Demokraten.

In der Folge wurden fünf Genossinnen und Genossen geehrt. Leider fehlten weitere fünf aus unterschiedlichen Gründen.

Geehrte wurden Elisabeth Kings für 25 Jahre, Peter Josef Müller und Herbert Hackhausen für 40 Jahre sowie Heinz Krüll und Werner Roppel für 50 Jahre Parteizugehörigkeit. Die Ehrungen verlieh der Bürgermeisterkandidat der KerpenSPD Andreas Lipp.

Mit Titelbildern des Spiegel aus dem Jahr des Beitritts wurde die politische Stimmung des jeweiligen Jahres aufgezeigt. 1995 fragte der Spiegel bspw. ob Oscar Lafontaine der Retter der SPD sei. 1980 gab es eine Titelgeschichte zum Fremdenhass in Deutschland, und 1970 wurden zwei große Fragen gestellt.

Während man die Frage ob die SPD auf dem Weg in den Sozialismus sei, angesichts der heutigen Debatte mit einem Lächeln zur Kenntnis nimmt, kann man aus heutiger Sicht nicht nachvollziehen, warum der Spiegel eine Umfrage durchgeführt hatte mit der Frage „Durfte Brandt knieen!“

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten in diesem Jahr gleich zwei Dreigestirne. Das Stadtdreigestirn betrat an der Seite des Horremer Kinderdreigestirns die Bühne und verwandelte den politischen Neujahrsempfang wie in jedem Jahr in eine karnevalistische Hochburg.